Bericht Volleyball: Fahrt zum 21. Mixed-Volley-Turnier in Lana
Oder: Die Renaissance der Streuselschnecke
12./13.06.2010: Die 7. Turnier-Teilnahme einer TVO-Gruppe im traumhaft von Bergen eingerahmten Ort Lana in Südtirol kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Aus sportlicher Sicht eher wenig erfolgreich wurde der Aufenthalt jedoch aus menschlicher Sicht "gar nicht so übel"!
Unter Aufsicht der Südtiroler Bergwelt: Voll konzentriert und auf Ballhöhe - drei der zwölf TVO-SpielerInnen!
TVO-TeilnehmerInnen: Julia Schmidt, Tatjana Paulsen, Isabel Becker, Tanja Stojanovic, Wiebke Anfang, Susann Schwendke, Thomas Hofmann, Dirk Zepke, Dirk Haslöwer, Peter Sworowski, Frank Hauser. Gäste: Thorsten Stedtfeld, Mario Paulsen, Eric Jäger.
Bevor näher auf das eigentliche Turniergeschehen eingegangen wird, zunächst zur Klärung eines Begriffs, der heutzutage jung und alt bewegt, nämlich die STREUSELSCHNECKE: Unmittelbar vor Abfahrt der ersten Reisegruppe am Donnerstagmorgen, wurde dieses Schlagwort ausgerechnet von unserem Ehrenspielführer ohne Vorwarnung unserem Sprachschatz hinzugefügt. Sogleich und ohne den sonst so offensiv gelebten Respekt vor "1.000 Spieleinsätzen in 3 Wochen" und in scheinbarer Aberkennung seiner geistigen Reife, wurde jenem Wort von den Anwesenden die Existenzberechtigung abgesprochen. Ein Affront! Brüder und Schwestern, Cousins und Cousinen: Darf man eine Fahrt so beginnen? - Wieso nicht? Werden jetzt einige von Euch leichtsinnig entgegnen.
Tja! Ein stilles aber zugleich alles durchdringendes Erstaunen traf jäh die Ungläubigen. Es geschah mit dem Eintreffen der Reisegruppe Nr. 2, jedoch nicht im körperlich-organischen, sondern im geistig-mentalen Sinne. Erst nach dem Setzen der Sonnensegel und dem Auffüllen der Akkus, waren deren ESMs (Eigenhirn-Suchmaschinen) bis in die letzten Verästelungen motiviert. Sie lieferten uns das unerwartete Ergebnis - Mal in Südwestdeutsch: Kanschte beim Bägga kaafe! So, nun wäre das auch geklärt. Übrigens ergaben weitere Recherchen, dass dieses Teilchen zwar klein und rund aber nicht unbedingt spiralförmig sein muss. Jetzt ist die Geschichte ganz schön verfahren, ähnlich wie bei Reisegruppe Nr. 1, aber das nur am Rande, der ungeplant auftauchende türkisblaue See auf der Hinfahrt war aber auch wirklich schön.
Die Hinfahrt wurde ansonsten nur unterbrochen von gelegentlich auftretenden Generationskonflikten den Musikgeschmack betreffend. Diese Konflikte wurden ausgetragen bzw. ausgelebt aber ohne Spätfolgen wie zum Beispiel Muskelkater. Wäre nicht noch ein weiterer Aufenthalt in Partenkirchen (ohne Garmisch) hinzugekommen, hätte sich die Gruppe mit Sicherheit lange Zeit nicht mehr an die Olympischen Winterspiele 1936 erinnert. Mit diesem Wissen und einem deftigen Mittagessen gestärkt, war das letzte Teilstück der Anreise ein Klacks.
Schon kurz nach dem Eintreffen auf dem Zeltplatz in Lana wurde das durch den Soli mitfinanzierte Projekt "Aufbau Zelt" gestartet und schon kurze Zeit später erfolgreich beendet. Fast wäre das Projekt zum Erliegen gekommen, weil das für Reisegruppe Nr. 2 vorgesehene 6er-Zelt sozusagen von der Norm abwich. Diese durch jahrelange ungestörte Gärung an gewisser Qualität gewonnene Schlafgelegenheit hatte bis dato tausenden Schimmelpilzkulturen ein Heim geboten. Die Kulturen waren zwar nicht aggressiv im eigentlichen Sinne aber halt eben nicht ganz geruchlos. Die ersten Menschen, die diese Behausung zum Zwecke des Schlafes betreten wollten, zeigten ein gewisses Improvisationstalent und befüllten zu viert ein 2er Zelt, das dieses Erlebnis sicher auch nicht so schnell vergessen wird.
Der Freitag, an dem sich die ganze Gruppe komplettierte, wurde von beiden anwesenden menschlichen Generationen gut ausgenutzt. Die Generation "extreme wandering" zählte Berge und Bergseen, gab aber nach mehreren anstrengenden Essenspausen erschöpft auf. Die Generation "swim and chill" stärkte schon einmal die Muskulatur mit Wassergymnastik und die oberste Hautschicht.
Der Abend gehörte dann wieder allen. Die zum Turniervorabend aufspielende Band konnte die TVO-Gruppe nicht vom gemeinsamen Grillen mit anschließendem gemütlichen Beisammensein abbringen. Die Band war ja in Hörweite, die mindestens halbstündig geblasenen Vuvuzelas des bis dahin mit dem TVO befreundeten "Sachsensechsers" auch.
Das Turnier am Samstag wurde von der TVO-Mannschaft realistisch angegangen. Im Vorfeld hatten sie sich schon gedacht, dass sie dieses Mal wohl nicht den Pott mit nach Hause nehmen werden können. Wenig miteinander eingespielt, ohne etatmäßige Zuspieler und mit der großen Anzahl von 12 SpielerInnen angereist, lief alles ein wenig holprig, im Rasen wie im Spiel. Jeder bekam aber seine Einsätze und das war an diesem Wochenende das wichtigste. Von einem Wespenstich und einem großen blauen Fleck abgesehen wurde keiner ernsthaft verletzt.
So war dann der 110. Platz von 120 trotzdem kein Deutschlandfahnenverlust. - Hä? (Peter hol mal die Fahne ins Auto rein - Moment - bsssss - pfft - oh!)
Womöglich war es auch das am Samstag erlebte Gewitter, das die Gruppe zusammenschweißte. Gemütlich beim Essen sitzend, überraschte ein eilig herangeeiltes Berggewitter die TVO-Camper. Zum Greifen nah schienen die Blitze, die der Gruppe jäh den verloren geglaubten Respekt vor der Natur zurückschenkte. Oder war es doch das bei der Samstagsabend-Band zusammen getanzte und gesungene in- und ausländische Liedgut? Eine auf diese Art und Weise zusammengeschweißte Gruppe lässt sich für die Rückfahrt nur ganz ganz schwer auf verschiedene Autos verteilen - o.k. ich übertreibe ein wenig. Wie auch immer, was am meisten zählt, sind sicher die mündlichen Überlieferungen der Teilnehmer. Fragt sie mal!
Frank Hauser



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